Präventionsstelle Islamismus
In der Präventionsstelle Islamismus sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz tätig, die sich auf den Islamismus und Salafismus spezialisiert haben. Die Präventionsangebote qualifizieren dafür, Radikalisierungs- und Rekrutierungsmechanismen frühzeitig erkennen zu können.

Islamismus begegnen und verhindern
Im Jahr 2015 hat das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz die Präventionsstelle Salafismus eingerichtet. Im Jahr 2021 wurde diese in Präventionsstelle Islamismus umbenannt und dabei um Fach- und Themenschwerpunkte erweitert.
Um Radikalisierungs- und Rekrutierungsmechanismen frühzeitig erkennen zu können, qualifiziert die Präventionsstelle Islamismus Beschäftigte in der Schul- und Jugendarbeit, der Verwaltung, der Polizei, des Justiz- und Maßregelvollzugs und der Bewährungshilfe sowie der Hochschulen. Das Angebot richtet sich auch an Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit, Sicherheitspersonal von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sowie an Personen, die im sozialen und familiären Umfeld mit dem Themenfeld in Berührung kommen. Die Präventionsstelle Islamismus unterstützt und berät zudem Landratsämter, Gemeinden und kommunale Einrichtungen, wenn diese vor Ort Anhaltspunkte für islamistische Bestrebungen feststellen.
Die Präventionsstelle Islamismus kooperiert im Rahmen des (ebenfalls) 2015 unter Federführung des Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration und in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium der Justiz, dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus und dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gegründeten Bayerischen Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus mit verschiedensten staatlichen Stellen in den Bereichen der Bildungsarbeit, der Integrations- und Sozialpolitik sowie der Jugendarbeit und des Strafvollzugs. Das Netzwerk unterhält mit www.antworten-auf-salafismus.de ein Internetportal mit Informationen zur Salafismusprävention in Bayern.
Zahlen, Daten, Fakten
hat die Präventionsstelle Islamismus seit ihrer Gründung durchgeführt
hat die Präventionsstelle Islamismus seit ihrer Gründung beschult
Themen der Präventionsstelle Islamismus
Die Präventionsstelle Islamismus im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz informiert umfassend zum Themenfeld Islamismus und will dabei nicht nur an der Oberfläche kratzen. Vielmehr sollen neben thematischen Einführungen zum Islamismus und Salafismus auch aktuelle Entwicklungen und Trends aufgezeigt werden, die für die jeweilige Zielgruppe relevant sein können. Beschäftigte in der Jugendarbeit benötigen beispielsweise spezifische Informationen zur Radikalisierung von Jugendlichen, wohingegen in Gemeinden und Kommunen ein größerer Wunsch nach Basiswissen besteht. Um den Zielgruppen und auch den aktuellen Entwicklungen im Islamismus gerecht zu werden, setzt sich das Themenportfolio wie folgt zusammen:
- Einführung in den Islamismus und Salafismus
- Unterschiede zwischen der Religion des Islams und islamistischen/salafistischen Ideologien
- Verschwörungstheorien im Islamismus und Salafismus
- Antisemitismus im Islamismus
- Radikalisierung im Internet und Onlinepropaganda
- Einzelagierende Täter im Salafismus
- Frauennetzwerke im Salafismus
- Entstehung und Genese des globalen Jihadismus
- Entwicklung der jihadistischen Szene in Syrien/Irak und ihre Auswirkungen auf Bayern/Deutschland
- Genese des Syrienkonflikts von einer Revolutionsdynamik zum transnationalen Bürgerkrieg
- Jihadistische Weltuntergangs-Sekten und ihre Endzeitvorstellungen
- Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Sicht der Sicherheitsbehörden
sowie ergänzend:
- Auslandsbezogener Extremismus
- Extremistische Ideologien in der Türkei
Angebote und Formate
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Präventionsstelle Islamismus bieten unterschiedliche Formate an, um das vielfältige Themenportfolio zu präsentieren. Die Wahl des Formats hängt dabei dabei unter anderem von der Zielgruppe, der Teilnehmerzahl und dem Zeitrahmen der Veranstaltung ab. Folgende Angebote und Formate stehen zur Verfügung:
In den Vorträgen der Präventionsstelle Islamismus werden Hintergründe sowie aktuelle Entwicklungen und Praxisbeispiele zum Bereich Islamismus und Salafismus erörtert, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als extremistischer Ideologie unterscheiden können. Darüber hinaus werden auch Vorträge zu allen oben genannten Themen angeboten. Die Vorträge dauern 1 bis 2 Stunden, können aber gerne individuell angepasst werden.
Im Workshop „Salafismus erkennen und handeln“ werden mit 20 bis max. 30 Teilnehmenden und mit interaktiven Methoden wichtige Grundlagen und Kernelemente im Bereich des Islamismus und des Salafismus erarbeitet und in der Gruppe diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Früherkennung von Propagandamaterial und von Radikalisierungstendenzen. Die Workshops werden im Team von zwei Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern durchgeführt und dauern ca. 4 Stunden.
Die Präventionsstelle Islamismus unterstützt bei konkreten Verdachtsmomenten und berät bei Fragen zum Thema Radikalisierung, Salafismus und Islamismus. Sie können die Präventionsstelle Islamismus sowohl als Privatperson als auch in beruflicher Funktion per E-Mail oder Telefon (089 31201-480) kontaktieren, ihre Informationen werden in jedem Fall vertraulich und anonymisiert behandelt. Bei Erforderlichkeit ist auch eine persönliche Beratung möglich.
Ebenso unterstützt die Präventionsstelle Islamismus Landratsämter, Gemeinden und kommunale Einrichtungen, wenn diese Anhaltspunkte für islamistische Bestrebungen vor Ort feststellen. In der Beratung werden Handlungsoptionen aufgezeigt und gemeinsam ein mögliches Vorgehen erörtert. Auch hier steht Vertraulichkeit im Zentrum des Handelns.
Die Präventionsstelle Islamismus im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz ist per E-Mail und Hinweistelefon (089 31201-480) jederzeit für themenspezifische Anliegen und konkrete Verdachtsmomente erreichbar. Egal, ob sich im privaten Umfeld eine befreundete Person möglicherweise radikalisiert oder im schulischen Bereich mögliches islamistisches Propagandamaterial geteilt wird – das Team der Präventionsstelle Islamismus steht mit Rat und Tat zur Seite.
Die Angebote der Präventionsstelle Islamismus richten sich vornehmlich an:
- Kommunen, Jugendämter, Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit
- Verwaltungsbehörden, insbesondere Ausländerbehörden, Sozialbehörden und Jobcenter
- Polizeibehörden, Justizvollzugsanstalten und Einrichtungen der Bewährungshilfe
- Hochschulen und Universitäten
- Krankenhäuser und psychiatrische Einrichtungen
sowie an:
- Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit
- Sicherheitspersonal von größeren Unternehmen und Wirtschaftsverbänden
- Personen, die im sozialen und familiären Umfeld mit dem Thema in Berührung kommen.
Kontakt
Bei Fragen zur Präventionsarbeit, aber auch für Hinweise zu einer möglichen islamistischen Radikalisierung oder Gefahr in ihrem Umfeld, können Sie sich jederzeit an die Präventionsstelle Islamismus wenden.
Präventionsstelle Islamismus
Anschrift
Knorrstraße 139
80937 München
Telefon
Informationsmaterial und Broschüren
Zur thematischen Einführung, Sensibilisierung und Früherkennung von extremistischen Tendenzen bietet die Präventionsstelle Islamismus verschiedene Informationen an, die kostenfrei heruntergeladen werden können.
Extremismus begegnen und verhindern
Die wehrhafte Demokratie der Bundesrepublik Deutschland sieht vor, dass der Staat mittels der Verfassungsschutzbehörden auf jene aufmerksam macht, die Freiheit, Demokratie und Grundrechte beseitigen wollen. Dieser Demokratieschutz erfolgt insbesondere auch durch Präventionsarbeit, die beim Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz in vier Bereichen angeboten wird.
Mehr erfahren
Extremistische Bestrebungen und Phänomenbereiche
Um die Aufgabe des Frühwarnsystems erfüllen zu können, beobachtet das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz unterschiedliche extremistische Bestrebungen und Phänomenbereiche.
Mehr erfahrenAufgabenbereiche bearbeitet das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz
