Ausreisefälle

Bis Ende 2020 lagen Erkenntnisse zu 119 Islamisten aus Bayern vor, die seit 2012 in Richtung Syrien und Irak gereist sind, dies planten, planen oder dort agierende islamisch terroristische Organisationen in sonstiger Weise unterstützten bzw. unterstützen.

Insgesamt sind bis Ende 2020 77 Personen tatsächlich aus Bayern in Richtung des Krisengebiets ausgereist, um mutmaßlich auf Seiten jihadistischer Gruppierungen an Kampfhandlungen teilzunehmen oder sich für deren Ziele anderweitig einzusetzen. Zu 14 der aus Bayern ausgereisten Personen liegen Hinweise vor, dass sie in Syrien oder dem Irak verstorben sind.

Etwa 30 Personen, die sich im Krisengebiet aufhielten, sind bereits wieder nach Deutschland zurückgekehrt, davon halten sich aktuell 21 in Bayern auf (31. Dezember 2020). Rückkehrer aus den ehemals vom IS kontrollierten Gebieten und Personen, die ein terroristisches Ausbildungslager absolviert bzw. aktiv an paramilitärischen Kampfhandlungen teilgenommen haben, stellen ein besonderes Sicherheitsrisiko dar. Bei Kampfhandlungen haben sie teilweise Erfahrung mit Sprengstoff und Waffen gesammelt. Zudem ist ihre Hemmschwelle für die Anwendung von Gewalt gegen Menschen deutlich gesunken.

Die Anschläge von Paris (2015) und in Brüssel (2016) zeigten, dass auch Syrien-Rückkehrer zu Anschlägen bereit und in der Lage sind.